Alphabetisierung in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Wie viele Erwachsene brauchen Unterstützung?

Photo Alphabetisierung

Die Suche nach Wissen und die Fähigkeit, sich in der modernen Welt zurechtzufinden, beginnen mit der Alphabetisierung. Doch wie steht es um die grundlegenden Lese- und Schreibfähigkeiten bei Erwachsenen in den deutschsprachigen Ländern? Dieser Artikel beleuchtet die Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz und quantifiziert den Bedarf an Unterstützung.

Alphabetisierung ist die Grundlage für Bildung, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und beruflichen Erfolg. Dennoch kämpfen auch in wirtschaftlich entwickelten Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz zahlreiche Erwachsene im Stillen mit grundlegenden Lese- und Schreibfähigkeiten. Diese Einschränkung, oft als funktionaler Analphabetismus bezeichnet, beeinträchtigt nicht nur das persönliche Leben der Betroffenen, sondern hat auch weitreichende gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen. Die genaue Erfassung dieses Phänomens stellt eine Herausforderung dar, doch aktuelle Studien und Erhebungen liefern wichtige Einblicke in das Ausmaß und die Dringlichkeit des Problems. Dieser Artikel taucht tief in die Materie ein und beleuchtet, wie viele Erwachsene in diesen drei Ländern Unterstützung benötigen und welche Maßnahmen ergriffen werden, um diese Lücke zu schließen.

In der Diskussion über die Alphabetisierung in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es von großer Bedeutung, die Ressourcen zu berücksichtigen, die Erwachsenen zur Verfügung stehen, die Unterstützung benötigen. Ein interessanter Artikel, der sich mit der Förderung von Lesekompetenz und der Auswahl geeigneter Literatur für verschiedene Altersgruppen beschäftigt, ist unter folgendem Link zu finden: Bücher zum Schulschluss für die Ferien und das neue Schuljahr. Dieser Beitrag bietet wertvolle Einblicke in die Bedeutung von Lesematerialien und deren Einfluss auf die Alphabetisierung.

Die Messlatte: Was bedeutet Alphabetisierung?

Bevor wir uns den Zahlen widmen, ist es essenziell zu verstehen, was unter Alphabetisierung im Kontext erwachsener Bevölkerungsgruppen verstanden wird. Es geht dabei nicht um das bloße Erkennen von Buchstaben, sondern um die Fähigkeit, geschriebene Sprache zu verstehen und aktiv anzuwenden.

Funktionaler Analphabetismus: Mehr als nur Lesen

Ein zentraler Begriff in diesem Zusammenhang ist der „funktionale Analphabetismus“. Dies beschreibt Personen, die zwar einzelne Wörter oder kurze Sätze lesen können, aber Schwierigkeiten haben, längere Texte zu verstehen, Informationen daraus zu extrahieren oder sich schriftlich präzise auszudrücken.

  • Informationsverarbeitung: Betroffene können beispielsweise keine Fahrpläne lesen, Gebrauchsanweisungen verstehen oder Anträge korrekt ausfüllen.
  • Alltagsbewältigung: Einfache Aufgaben wie das Lesen von Nachrichten, das Verstehen von Medikamentenbeipackzetteln oder das Korrespondieren mit Behörden werden zu Hürden.
  • Berufliche Perspektiven: Mangelnde Lese- und Schreibfähigkeiten schränken die Wahlmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt erheblich ein und erschweren Weiterbildungen.

Der Kompetenzkontinuum

Alphabetisierung wird heute nicht mehr als Schwarz-Weiß-Kategorie betrachtet, sondern als ein Kontinuum von Fähigkeiten. Internationale Studien wie die „Programme for the International Assessment of Adult Competencies“ (PIAAC) des OECD erfassen verschiedene Kompetenzniveaus.

  • Niveau 1: Niedrigste Kompetenzstufe, oft charakterisiert durch Schwierigkeiten bei der Bearbeitung einfacher schriftlicher Informationen.
  • Höhere Niveaus: Umfassen die Fähigkeit, komplexere Texte zu verstehen, Informationen zu synthetisieren und sich schriftlich differenziert auszudrücken.

Die größte Herausforderung liegt im unteren Bereich dieses Kompetenzkontinuums, wo die Defizite die alltägliche Teilhabe am stärksten beeinträchtigen.

Alphabetisierung in Deutschland: Eine unterschätzte Herausforderung

Deutschland, als größte Volkswirtschaft im deutschsprachigen Raum, weist trotz seines hohen Bildungsniveaus eine signifikante Anzahl von Erwachsenen mit geringen Lese- und Schreibfähigkeiten auf. Die Zahlen sind oft überraschend und verdeutlichen die Notwendigkeit gezielter Förderprogramme.

Die Ergebnisse der leo-Studie

Eine der aussagekräftigsten Erhebungen in Deutschland ist die „leo.-Studie“ (Literacy, Economy, Orientation) des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE). Diese Studie untersuchte die Lese- und Schreibfähigkeiten der erwachsenen Bevölkerung.

  • Grundgesamtheit: Die leo.-Studie definierte die Zielgruppe als Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren, die Deutsch als Erst- oder Zweitsprache sprechen.
  • Kernbefund: Laut der jüngsten leo.-Studie (2022) haben etwa 6,2 Millionen Menschen in Deutschland Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Dies entspricht einem Anteil von rund 12,1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung.
  • Definition der geringen Lese- und Schreibfähigkeiten: Die Studie nutzte eine Skala, die von einem sehr geringen Kompetenzniveau bis hin zu fortgeschrittenen Fähigkeiten reicht. Als „funktionale Analphabeten“ wurden Personen eingestuft, die nicht in der Lage sind, grundlegende schriftliche Informationen zu verstehen und anzuwenden.

Was bedeutet diese Zahl konkret?

Die Zahl von 6,2 Millionen Menschen ist nicht nur eine abstrakte Statistik. Sie repräsentiert Individuen, deren Lebensqualität durch mangelnde Alphabetisierungsfähigkeiten beeinträchtigt ist.

  • Beispiel 1: Eine Mutter kann den Lehrplan ihres Kindes nicht vollständig verstehen, was die Unterstützung bei den Hausaufgaben erschwert.
  • Beispiel 2: Ein Arbeitnehmer kann eine Betriebsanleitung nicht lesen und muss auf die Anweisungen von Kollegen angewiesen sein, was zu Unsicherheiten und potenziellen Fehlern führen kann.
  • Beispiel 3: Ein Rentner hat Schwierigkeiten, Formulare für Rentenanträge oder steuerliche Angelegenheiten auszufüllen, was finanzielle Nachteile mit sich bringen kann.

Einflussfaktoren und Risikogruppen

Die leo.-Studie identifizierte auch Faktoren, die mit geringeren Lese- und Schreibfähigkeiten korrelieren.

  • Migrationshintergrund: Menschen mit Migrationshintergrund sind überproportional betroffen, insbesondere jene, die erst später nach Deutschland kamen und hier keine systematische Schulbildung durchlaufen haben.
  • Niedrigere Bildungsabschlüsse: Ein niedrigerer Schulabschluss ist ein starker Indikator für eingeschränkte Lese- und Schreibfähigkeiten im Erwachsenenalter.
  • Sozioökonomischer Status: Personen aus sozial schwächeren Schichten haben ein höheres Risiko, von funktionalem Analphabetismus betroffen zu sein.

Initiativen und Programme in Deutschland

Deutschland verfügt über ein breites Spektrum an Initiativen zur Förderung der Grundbildung und Alphabetisierung von Erwachsenen.

  • Volkshochschulen (VHS): Sie spielen eine zentrale Rolle als Weiterbildungsträger und bieten niedrigschwellige Kurse im Bereich Grundbildung und Alphabetisierung an.
  • Bundesinitiative „AlphaDekade“: Diese auf zehn Jahre angelegte Initiative (2016-2025) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zielt darauf ab, das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und die Strukturen der Grundbildung zu verbessern.
  • Alphabetisierungskurse: Spezifische Kurse, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit geringen Lese- und Schreibfähigkeiten zugeschnitten sind, werden von verschiedenen Bildungsträgern angeboten. Diese Kurse vermitteln nicht nur Lesetechniken, sondern auch das Verstehen von Texten und das Verfassen eigener Inhalte.

Die Herausforderung besteht darin, diese Angebote flächendeckend bekannt zu machen und die Hemmschwellen für die Inanspruchnahme zu senken.

Alphabetisierung in Österreich: Ein ähnliches Bild

Auch in Österreich, einem Land mit einem gut ausgebauten Bildungssystem, ist funktionaler Analphabetismus ein relevantes Thema. Die genaue Erfassung ist hier ebenfalls komplex, doch Schätzungen und Studien geben Aufschluss über die Größenordnung.

Einschätzungen und Studienlage

Während spezifische, groß angelegte Längsschnittstudien wie die leo.-Studie in Deutschland in Österreich seltener durchgeführt werden, stützen sich Analysen auf internationale Vergleiche und kleinere Erhebungen.

  • PIAAC-Daten: Die Ergebnisse der OECD-Studie PIAAC werden auch für Österreich herangezogen. Diese Studien zeigen, dass ein signifikanter Anteil der Erwachsenen im OECD-Raum Schwierigkeiten mit den erforderlichen Lese- und Schreibfähigkeiten für den modernen Alltag hat.
  • Expertenmeinungen: Bildungsexperten in Österreich gehen davon aus, dass die Situation vergleichbar mit der in Deutschland ist, wenngleich die genaue Zahl der Betroffenen schwer zu quantifizieren ist.
  • Schätzungen: Experten schätzen, dass zwischen 500.000 und 1 Million Menschen in Österreich Unterstützung im Bereich Lese- und Schreibkompetenz benötigen könnten. Diese Zahlen basieren oft auf Hochrechnungen aus internationalen Studien und demografischen Daten.

Wer ist betroffen?

Ähnlich wie in Deutschland sind auch in Österreich bestimmte Gruppen stärker gefährdet, von funktionellen Einschränkungen in der Lese- und Schreibkompetenz betroffen zu sein.

  • Menschen mit Migrationsgeschichte: Insbesondere Personen, die aus bildungsferneren Umgebungen stammen oder deren Schulbildung im Herkunftsland unvollständig war, benötigen oft gezielte Unterstützung.
  • Ältere Generationen: Ältere Menschen, die in einer Zeit aufwuchsen, in der der Zugang zu Bildung möglicherweise eingeschränkter war oder die Anforderungen des Alltags weniger stark auf komplexen schriftlichen Informationen basierten, können ebenfalls betroffen sein.
  • Personen mit niedrigerem Bildungsabschluss: Ein niedriger Schulabschluss ist auch in Österreich ein Indikator für ein erhöhtes Risiko von geringen Lese- und Schreibfähigkeiten.

Angebote zur Förderung in Österreich

Die österreichische Bildungslandschaft bietet verschiedene Anlaufstellen und Programme zur Verbesserung der Grundkompetenzen.

  • Erwachsenenbildungseinrichtungen: Organisationen wie das WIFI (Wirtschaftsförderungsinstitut) und die Volkshochschulen bieten Kurse zur Grundbildung an, die auch Alphabetisierungskurse für Erwachsene umfassen.
  • Alphabetisierungsinitiative „Lies & Schreib“: Diese Initiative des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) zielt darauf ab, das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und die Angebote zu vernetzen.
  • Beratungsstellen: Es gibt Beratungsangebote, die Betroffene informieren und an geeignete Kurse vermitteln.

Die Herausforderung liegt auch hier in der Erreichbarkeit und der Überwindung von Stigmata. Viele Betroffene scheuen sich, offen über ihre Schwierigkeiten zu sprechen.

In der Diskussion über die Alphabetisierung in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es von großer Bedeutung, die verschiedenen Ansätze zur Unterstützung von Erwachsenen zu betrachten. Ein interessanter Aspekt, der in diesem Zusammenhang beleuchtet werden kann, ist die Rolle von innovativen Lernmethoden, die das Deutschlernen erleichtern. Ein Beispiel hierfür findet sich in einem Artikel, der sich mit der Thematik des spielerischen Lernens im Deutschkurs in Salzburg beschäftigt. Weitere Informationen dazu können Sie in diesem Artikel nachlesen, der aufzeigt, wie solche Methoden zur Verbesserung der Alphabetisierung beitragen können.

Alphabetisierung in der Schweiz: Vielfalt und Herausforderungen

Die Schweiz zeichnet sich durch ein föderalistisches Bildungssystem und eine multilingual aufgestellte Gesellschaft aus. Dies bringt spezifische Herausforderungen, aber auch Stärken im Bereich der Alphabetisierung mit sich.

Die schweizerische Situation: Ein komplexes Bild

Die Erfassung der Alphabetisierungsgrade in der Schweiz ist aufgrund der föderalen Struktur und der sprachlichen Vielfalt besonders komplex. Es gibt keine einzelne, landesweite Studie, die das gesamte Ausmaß quantifiziert.

  • PIAAC-Ergebnisse für die Schweiz: Auch die PIAAC-Ergebnisse geben Hinweise. Ein Teil der schweizerischen Bevölkerung zeigt Kompetenzen auf den unteren Niveaus, was auf einen Bedarf an Unterstützung hindeutet.
  • Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund: Die Schweiz hat einen hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Dies kann, je nach Bildungshintergrund und Integrationschancen, sowohl eine Bereicherung als auch eine Herausforderung für die Alphabetisierung darstellen.
  • Schätzungen: Es wird geschätzt, dass mehrere hunderttausend Menschen in der Schweiz Unterstützung im Bereich Lesen und Schreiben benötigen. Diese Schätzungen basieren auf internationalen Vergleichsstudien und der demografischen Zusammensetzung.

Spezifische Herausforderungen in der Schweiz

Die Mehrsprachigkeit und die dezentrale Zuständigkeit für Bildung schaffen einzigartige Bedingungen.

  • Sprachvielfalt: In der Schweiz wird Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch gesprochen. Dies erfordert spezifische Ansätze für die Alphabetisierung in den verschiedenen Landessprachen.
  • Föderalismus: Die Bildungsverantwortung liegt bei den Kantonen. Dies kann zu unterschiedlichen Standards und Angeboten in den einzelnen Kantonen führen.
  • Hoher Bildungsanspruch: Die Schweiz hat generell einen hohen Anspruch an Bildung und Qualifikation. Personen mit geringen Lese- und Schreibfähigkeiten sind hier oft stärker von sozialer und beruflicher Ausgrenzung bedroht.

Bildungsangebote und Initiativen in der Schweiz

Trotz der Komplexität gibt es in der Schweiz zahlreiche Bemühungen zur Förderung der Grundkompetenzen.

  • Kantonal geregelte Angebote: Bildungsinstitutionen auf kantonaler Ebene, wie Volkshochschulen und spezialisierte Weiterbildungszentren, bieten Kurse zur Grundbildung und Alphabetisierung an.
  • Nationale Kampagnen: Initiativen wie die Kampagne „Einfach besser“ der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) zielen darauf ab, das Bewusstsein für die Bedeutung von Grundkompetenzen zu schärfen und Betroffene zu erreichen.
  • Spezifische Programme für Zugewanderte: Es gibt gezielte Programme, die Alphabetisierungskurse für Menschen mit Migrationshintergrund anbieten, oft in Verbindung mit Deutschkursen.

Die Vernetzung der Angebote und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Kantonen sind hier entscheidende Erfolgsfaktoren.

In der Diskussion über die Alphabetisierung in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es wichtig, die verschiedenen Aspekte der Unterstützung für Erwachsene zu betrachten. Ein interessanter Artikel, der sich mit den Herausforderungen und Lösungsansätzen in diesem Bereich auseinandersetzt, ist unter folgendem Link zu finden: Die erste Salzburg Rallye 2015. Dieser Beitrag beleuchtet nicht nur die Bedeutung der Sprachförderung, sondern auch die verschiedenen Programme, die Erwachsenen helfen können, ihre Lese- und Schreibfähigkeiten zu verbessern.

Die weitreichenden Folgen von geringer Alphabetisierung

Die Konsequenzen von eingeschränkten Lese- und Schreibfähigkeiten reichen weit über den individuellen Lebensbereich hinaus und beeinflussen die Gesellschaft und die Wirtschaft nachhaltig.

Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

  • Geringere Beschäftigungsfähigkeit: Personen mit geringen Lese- und Schreibfähigkeiten haben oft Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden oder zu halten. Sie sind häufig auf gering qualifizierte Tätigkeiten beschränkt.
  • Karriere- und Weiterbildungshindernis: Ohne ausreichende Lesekompetenz sind Weiterbildungen und Aufstiegsmöglichkeiten stark eingeschränkt.
  • Produktivitätsverluste: Auf Unternehmensebene können mangelnde Lese- und Schreibfähigkeiten zu Missverständnissen, Fehlern und damit zu Produktivitätsverlusten führen.

Laut einer Studie im Auftrag des BMBF könnten die Kosten des funktionalen Analphabetismus für die deutsche Wirtschaft jährlich mehrere Milliarden Euro betragen, unter anderem durch geringere Steuereinnahmen und höhere Sozialleistungen.

Gesundheitliche Aspekte

  • Fehlende Gesundheitsinformationen: Das Verständnis von medizinischen Informationen, Beipackzetteln oder Vorsorgehinweisen kann eingeschränkt sein, was zu gesundheitlichen Risiken führt.
  • Schwierigkeiten bei Arztbesuchen: Das Lesen von Rezepten, das Verstehen von Diagnoseerklärungen oder das Ausfüllen von Anamnesebögen wird zur Herausforderung.

Soziale Teilhabe und Demokratie

  • Eingeschränkte politische Teilhabe: Das Verständnis von Wahlprogrammen, politischen Debatten oder Informationen aus den Medien ist erschwert, was die aktive Teilnahme am demokratischen Prozess behindert.
  • Probleme bei Behördenkontakten: Das Verstehen von Bescheiden, Anträgen und Formularen der öffentlichen Verwaltung wird zu einer Hürde, die zu rechtlichen und finanziellen Nachteilen führen kann.
  • Soziale Isolation: Die Schwierigkeit, sich schriftlich auszudrücken oder schriftliche Informationen zu verarbeiten, kann zu sozialer Isolation führen und die Entwicklung von sozialen Netzwerken erschweren.

Kulturelle und persönliche Entwicklung

  • Eingeschränkter Zugang zu Wissen: Literatur, Online-Ressourcen und Bildungsinhalte bleiben vielen Menschen verschlossen, was ihre persönliche und kulturelle Entwicklung limitiert.
  • Verringerte Lebensqualität: Die ständige Auseinandersetzung mit Hürden im Alltag kann zu Frustration, Unsicherheit und einer generell geringeren Lebensqualität führen.

Strategien zur Verbesserung und Unterstützung

Die Bewältigung des funktionalen Analphabetismus erfordert einen vielschichtigen Ansatz, der sowohl präventive als auch interventive Maßnahmen umfasst.

Niedrigschwellige Angebote und bedarfsgerechte Lernformate

  • Flexibilität: Kurse müssen zeitlich und räumlich flexibel sein, um den Bedürfnissen von Berufstätigen und Eltern entgegenzukommen.
  • Individualisierung: Lernangebote sollten auf die spezifischen Bedürfnisse und das Lerntempo der Teilnehmenden zugeschnitten sein.
  • Integrierte Ansätze: Die Verknüpfung von Lese- und Schreibförderung mit beruflicher Weiterbildung oder anderen Lebensbereichen (z.B. Elternschaft) kann die Motivation erhöhen.

Bewusstseinsbildung und Entstigmatisierung

  • Öffentlichkeitsarbeit: Eine breite Kampagne zur Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema funktionaler Analphabetismus ist entscheidend.
  • Enttabuisierung: Es muss ein Klima geschaffen werden, in dem Betroffene ihre Schwierigkeiten offen ansprechen können, ohne Angst vor Stigmatisierung zu haben.
  • Vorbilder: Die Präsentation von Erfolgsgeschichten von Menschen, die ihre Lese- und Schreibfähigkeiten verbessert haben, kann motivierend wirken.

Stärkung der Netzwerke und Kooperationen

  • Zusammenarbeit von Bildungsträgern: Eine engere Kooperation zwischen Volkshochschulen, Erwachsenenbildungseinrichtungen, staatlichen Schulbehörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen ist essenziell.
  • Kooperation mit der Wirtschaft: Unternehmen können eine wichtige Rolle spielen, indem sie interne Schulungsprogramme anbieten und die Bedeutung von Grundkompetenzen am Arbeitsplatz hervorheben.
  • Politische Unterstützung: Langfristige politische Finanzierung und strategische Rahmenbedingungen sind notwendig, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.

Einsatz digitaler Medien

  • Online-Lernplattformen: Digitale Tools und Lernplattformen können ergänzend zu Präsenzkursen eingesetzt werden, um den Lernprozess zu unterstützen und flexibler zu gestalten.
  • Apps zur Leseförderung: Es gibt mittlerweile zahlreiche Apps, die spielerisch das Lesen und Schreiben trainieren.

Ein Zitat von einem Experten im Bereich der Erwachsenenbildung unterstreicht die Notwendigkeit: “Alphabetisierung ist kein abgeschlossener Prozess, sondern eine lebenslange Fähigkeit, die stetig gefördert und gefordert werden muss. Wir müssen die Brücken bauen, damit niemand zurückbleibt.”

Fazit: Eine Investition in die Zukunft

Die Zahlen mögen auf den ersten Blick erschreckend wirken, doch sie verdeutlichen vor allem eines: Der Bedarf an Unterstützung im Bereich der Alphabetisierung ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz real und signifikant. Millionen von Erwachsenen sind von den Einschränkungen des funktionalen Analphabetismus betroffen, was nicht nur ihre persönliche Lebensqualität, sondern auch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigt.

Die gute Nachricht ist, dass es bereits etablierte Programme und Initiativen gibt, die einen wichtigen Beitrag leisten. Diese Angebote müssen jedoch weiter ausgebaut, bekannter gemacht und für die Zielgruppen zugänglich gestaltet werden. Die Entstigmatisierung des Themas und eine gesteigerte gesellschaftliche Akzeptanz sind dabei ebenso entscheidend wie die finanzielle und politische Unterstützung.

Letztlich ist jede Investition in die Alphabetisierung von Erwachsenen eine Investition in die Zukunft – in eine Gesellschaft, die inklusiver, gerechter und wirtschaftlich stärker ist. Denn die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben ist kein Privileg, sondern ein Grundrecht und die Voraussetzung für eine aktive Teilhabe an unserer modernen Welt.

Meta-Beschreibung: Wie viele Erwachsene in DE, AT & CH brauchen Unterstützung beim Lesen & Schreiben? Einblicke in funktionale Analphabetismus und Lösungen.

URL Slug: alphabetisierung-deutschland-oesterreich-schweiz-bedarf

Tags: Alphabetisierung, Funktionaler Analphabetismus, Deutschland, Österreich, Schweiz, Grundbildung, Erwachsene, Weiterbildung, Bildungsstand, Lese- und Schreibfähigkeiten

FAQs

1. Wie viele Erwachsene in Deutschland, Österreich und der Schweiz benötigen Alphabetisierung?

2. Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für erwachsene Personen, die Alphabetisierung benötigen?

3. Welche Programme und Initiativen existieren in Deutschland, Österreich und der Schweiz, um erwachsene Personen bei der Alphabetisierung zu unterstützen?

4. Welche Auswirkungen hat mangelnde Alphabetisierung auf das Leben von Erwachsenen in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

5. Welche Maßnahmen ergreifen die Regierungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, um die Alphabetisierung von Erwachsenen zu fördern?